Abel Tasman Nationalpark

Unsere Reise führte uns letzte Woche durch Nelson, eine kleine Stadt mit etwa 50 000 Einwohnern, die auch das zentralst gelegene District von Neuseeland ist. Dort haben wir uns etwas erholt und nach dem Eintreffen von Christina, die ihre Arbeit in Blenheim abgeschlossen hatte, unsere Vorräte aufgefrischt um schließlich weiter nach Marahau zum Abel Tasman Nationalpark zu reisen.

Nelson

Die Westküste von Nelson mit dem Yachtclub und einigen Cafés und Restaurants direkt am Wasser

Im Abel Tasman Nationalpark haben wir neben einer kleinen Tageswanderung von unserem Campingplatz aus auch eine Drei-Tages-Tour durch den Park gemacht. Doch dieses mal waren wir nicht nur zu Fuß unterwegs: die ersten beiden Tage der Tour haben wir hauptsächlich mit zwei Kajaks (ein Doppel- und ein Einzel-) auf dem Wasser zurückgelegt, den dritten Tag wurde gewandert. Unsere Übernachtungen haben wir wieder in den Hütten des Department of Conservation, der Neuseeländischen Naturschutzbehörde, verbracht. Am Freitag packten wir also unsere Rucksäcke möglichst wasserdicht und bereiteten alles vor, um am Samstag früh unsere Kajaks abholen und uns in das Abenteuer stürzen zu können. Doch leider gab es an diesem Morgen keine gute Neuigkeiten: Aufgrund der windigen Wettervorhersage durften wir nicht alleine mit den Kajaks starten, da dies zu gefährlich sei, wofür wir natürlich Verständnis hatten. Wir hatten stattdessen die Möglichkeiten entweder eine Guided Tour zu machen, oder einen Tag später, am Sonntag, alleine mit unserer geplanten Route zu starten. Da wir keinen Zeitdruck hatten, haben wir uns für letzteres entschieden. Es galt nun also wieder zurück zum Campingplatz zu fahren, eine weitere Übernachtung zu buchen, in das nächste Dorf zum einkaufen zu fahren (unsere Vorräte waren vollständig aufgebraucht) und die nötigsten Sachen wieder aus den Rucksäcken auszupacken. Wir hatten gehofft, dass es besser laufen würde, aber letztendlich ist das natürlich besser als in Seenot zu geraten (wir fahren schließlich über das offene Meer) oder andere Probleme auf dem Wasser zu bekommen.

Abel Tasman Nationalpark

Der Sonntag begann deutlich besser. Wir haben nicht nur unsere Kajaks, sondern auch Neoprenhosen und -schuhe sowie wasserfeste Jacken bekommen, sodass wir all unsere eigene Kleidung in den Kajaks verstauen konnten, wo sie hoffentlich trocken bleiben würde. Das Wasser war sehr ruhig, fast wie auf einem See und der leichte Südwind trug dazu bei, dass wir recht schnell voran kamen. Unsere Tour führte uns vorbei an mehreren Inseln. An zwei der Inseln darf man mit dem Kajak anlegen, die anderen sind geschützt und man muss einen Abstand von mindestens 20 Metern einhalten, da es dort neben Seehunden auch viele Vögel und andere Lebewesen gibt, die die Ruhe benötigen. Wir paddelten also von Motueka über einen Zwischenstopp in Anchorage nach Bark Bay, wo wir unsere Schlafplätze in einer Hütte gebucht hatten. Die Hütten sind meist recht kalt wenn man dort ankommt. Doch wenn man geschafft hat ein Feuer im Ofen zu entfachen wird es sehr gemütlich. Unser Abendessen besteht auf den mehrtätigen Wanderungen meistens aus Spaghetti mit Pesto oder Ketchup, da dies sehr kompakt zu packen und nicht zu schwer zu tragen ist. Als Frühstück gibt es in der Regel Haferflocken oder Porridge mit Äpfel oder Bananen. Da wir die ersten 1,5 Tage diesmal mit dem Kajak unterwegs waren, haben wir sogar Milch mitgenommen, anstatt wie bei unserem letzten Great Walk Milchpulver. An unserem zweiten Tag ging es von Bark Bay nach Onetahuti, wo gegen 14:30 Uhr unsere Kajaks von einem Wassertaxi abgeholt wurden und wir dann noch etwa 2 Stunden zu unserer zweiten Hütte nach Awaroa gelaufen sind. Der Weg war im vergleich zu unserem letzten Great Walk deutlich besser ausgebaut, da der Abel Tasman Nationalpark deutlich bekannter ist als Lake Waikaremoana. Am Dienstag mussten wir früh aufstehen: Der erste Kilometer der Tagesstrecke führte durch das Watt und da um 7:30 Uhr Ebbe war hatten wir etwa bis 8:30 Uhr Zeit die Ebene zu überqueren. Ich hatte zum Glück meine Neoprensocken dabei, sodass es für mich kein großes Hindernis darstellte, während Jens und Christina barfuß gehen mussten und sich dabei fast die Füße abfroren (nicht vergessen: Es ist Winter in Neuseeland und die Temperaturen liegen morgens um den Gefrierpunkt). Der Weg führte uns über einen Berg und entlang der Küste nach Totaranui, wo wir dann auf das Wassertaxi warteten, das uns gegen 14:30 Uhr abholte und zurück nach Marahau zu unseren Autos brachte.

Tonga Island im Abel Tasman Nationalpark

„Winter“ in Neuseeland: Tonga Island im Abel Tasman Nationalpark

Heute Nachmittag werden wir zu einer weiteren HelpX Farm fahren, wo wir für etwa eine Woche Olivenbäume stutzen und anpflanzen werden. Das heißt: ein warmes Bett und gutes Essen für 4 Stunden Arbeit am Tag.