Working For Accomodation

Die „Bay of Plenty“ ist eine Region im Nordosten der Nordinsel Neuseelands. Seit wir letzten Donnerstag von Auckland mit unserem eigenen Auto weg gefahren sind, halten Jens und ich uns hier auf. Ursprünglich wollten wir hier nach Erntearbeit Ausschau halten, die es hier reichlich gibt. Da wir jedoch nahezu keine Rückmeldungen erhalten haben, beschlossen wir uns auf einer Plattform, auf der Familien und kleine Betriebe nach Helfenden Händen suchen können, umzuschauen — mit Erfolg. Seit Montag Abend sind wir auf einem kleinen Hof – sofern man das so nennen kann – bei einer Familie mit 4 kleinen Kindern, Hühnern, einem Hund (und 6 Welpen) und einem riesigen Garten untergebracht.

Für unsere 3-4 Stunden Arbeit am Tag erhalten wir hier kostenlose Unterkunft (in einem kleinen Wohnwagen, aber mit richtigen Matratzen!) und sehr leckere Mahlzeiten mit der Familie, die außerordentlich nett ist. Unsere Arbeit ist unterschiedlich, da Alaina und Ramon uns nicht zumuten möchten, jeden Tag das Gleiche tun zu müssen. Am Dienstag haben wir Kompost, den Ramon mit einem kleinen LKW angeliefert hatte, im Garten an die Obstbäume zu verteilt. Bei bis zu 10 Schubkarren Kompost pro Baum war das sehr anstrengend und Blasen an den Händen hatten wir schon erwartet – so kam es auch. Die Dusche und das wirklich sehr leckere Essen danach war aber umso besser. Heute Morgen habe ich dann die Terrasse mit dem Hochdruckreiniger sauber gemacht, was im prallen Sonnenschein deutlich angenehmer war, als im dampfenden Kompost zu graben.

Die Kinder der Familie (Luca (10), Emilie (8), Jai (4)) sowie Alaina und Ramon sind sehr offen und freundlich und möchten uns möglichst viel von ihrem Leben hier zeigen, was uns sehr freut. Als wir bei ihnen ankamen wollten die Kinder uns direkt die Hundewelpen zeigen, die natürlich auch eine wahre Attraktion sind. Alaina kocht ausgezeichnet und bemüht sich sehr, dass wir uns hier wie zu Hause fühlen. Ramon ist ein “Builder”, die beste Übersetzung wäre vermutlich Zimmermann (wobei er wohl deutlich mehr macht), und hat das Haus selbst gebaut. Hier ist vieles sehr interessant! Die Wasserversorgung erfolgt durch eine mechanische Pumpe (“Ram Pump”) am bestimmt 40 Höhenmeter tiefer liegenden Bach, die das Wasser nur durch den Wasserdruck in den Wasserbehälter pumpt. Auch die Stromversorgung erfolgt einzig durch den kleinen Bach, an dem ein Generator betrieben wird. Ich bewundere diese Eigenständigkeit!

Ich bin gespannt wie es hier weitergeht, vermutlich bleiben wir hier bis ungefähr nächsten Montag.

Sonnenaufgang bei Alaina und Ramon

Der Ausblick von der Terrasse bei Sonnenaufgang

Wai-O-Tapu

Vulkangebiet bei Wai-O-Tapu: Blubbernder und kochender Schlamm und Schwefelwolken — interessant anzusehen, stinkt aber höllisch.