Das Auto

Es ist Samstag Mittag. Unseren gemeinsamen Roadtrip zu fünft haben wir am Mittwoch erfolgreich abgeschlossen und den Camper nach Auckland zurückgebracht. Gleich am selben Tag haben Jens und ich uns mit zwei Deutschen getroffen, die wir einige Tage zuvor am Campingplatz am 90 Mile Beach kennen gelernt haben, um deren Auto anzuschauen und zu kaufen. Gesagt getan: Am Donnerstag waren wir beide stolze Besitzer eines Autos, obwohl keiner von uns ursprünglich vor hatte eines zu kaufen. Es ist ein Nissan Primera Camino Combi Baujahr 1997 mit 182000km und Automatikgetriebe, aber dafür sieht er noch ziemlich gut aus! Wir hatten uns entschlossen ein Auto zu kaufen, weil wir bei der Reise mit dem Camper gemerkt haben, wie einfach es ist sich in Neuseeland damit zu bewegen (im Gegensatz zu Fernbussen, mit denen man sehr eingeschränkt ist). Gleichzeitig ist das Auto auch unserer Unterkunft. Zu zweit darin zu schlafen ist zwar nicht sonderlich komfortabel, aber durchaus machbar und günstig. Da man nicht einfach überall Campen darf, muss man lediglich einen Campingplatz für $10-15 pro Person und Nacht (das sind 6-10€) bezahlen und hat dann meistens auch ein Bad mit Dusche und eine Küche. Manchmal sind es aber auch einfach nur Campingplätze ohne fliesend Wasser und lediglich mit einem Kompostklo, aber auch das kann man mal eine Nacht machen.

Am Donnerstag sind wir also mit unserem neu erworbenen Auto von Auckland etwa 240km zu dem südöstlicheren Rotorua gefahren, einer recht großen und vom Tourismus lebenden Stadt. Auch zwei andere aus unserer ursprünglichen Fünfergruppe sind nach Rotorua gefahren, weil diese dort in einem Motel arbeiten und dafür kostenlos übernachten können. Wir haben uns jedoch lediglich etwas die Stadt angesehen und ein paar kleinere Wanderungen von jeweils etwa 1-2 Stunden gemacht. Am Freitag Abend haben wir dann noch eine "Rabattaktion" eines Campingplatzes wahrgenommen, sodass wir dort für $30 für 2 Personen mit 39°C warmem Whirlpool und heißer Dusche übernachten konnten.

Heute ging es dann wieder ein Stück nach Norden, genauer gesagt in die Nähe von Tauranga, weil Jens sich dort nach einem 1-2 wöchigen Job zum Fruit Picking (Kiwis ernten) umschauen will. Da wir in gewisser Weise durch das Auto aneinander gebunden sind und ich hier ja auch möglichst viele Erfahrungen sammeln möchte, bin ich natürlich dabei. Im Moment haben wir noch nichts gefunden, aber das kann sich jederzeit ändern.

Sonnenaufgang am Lake Taharoa

Sonnenaufgang am Lake Taharoa, gar nicht so einfach vier weitere Leute vor 7:00 Uhr aus dem Bett zu bekommen um rechtzeitig auf dem Berg zu sein, aber das war es definitiv wert.

Milchstraße am Lake Okareka

Am Donnerstag Abend hatten wir einen Campingplatz am Lake Okareka, der für $10 pro Person und Nacht zwar nur ein Kompostklo zu bieten hatte, aber dafür diesen unglaublichen Nachthimmel über dem See, der auch mit bloßem Auge so eindrucksvoll zu sehen war, wie auf dem Bild.