Nelson Lakes National Park

Es ist Donnerstag Abend und ich sitze mit Christina in der Lounge eines Hostels in Greymouth. Am Samstag haben wir unser temporäres Zuhause bei Susan und Jonathan verlassen und uns auf den Weg zu den Nelson Lakes, genauer gesagt zu Lake Rotoiti, wo ich bereits vor etwa zwei Monaten alleine war, gemacht. Da die Wettervorhersage für Samstag jedoch noch nicht sehr vielversprechend war, hatten wir uns dafür entschieden am Samstag noch einen Workshop „Make a Knife“ zu besuchen. Wie der Name schon vermuten lässt haben wir dort, zwischen 8:30 Uhr und 16:00 Uhr, aus einem kleinen Stück rohen Stahls unsere eigenen Messer geschmiedet, geschliffen, poliert und mit einem Holzgriff versehen. Am Anfang waren wir alle etwas ungläubig, dass aus dem hässlichen Stück Stahl ein glänzendes Messer werden könnte, doch das Resultat kann sich sehen lassen.

selbst geschmiedete Messer Die Messer von Jens, Mir und Christina

Am Samstag Abend sind wir anschließend weiter zum Lake Rotoiti gefahren, wo wir nur wenige Meter vom Ufer für zwei Nächte auf einem Campingplatz geschlafen haben. Da ich die Gegend schon etwas kannte und den Wanderweg über Mount Robert sehr genossen hatte, haben wir diese Wanderung noch einmal gemeinsam gemacht. Doch im Gegensatz zu den gelben Gräsern auf dem Gipfel von Mount Robert erwartete uns eine Schneebedeckte Landschaft soweit das Auge reichte.

Mount Robert Panorama mit Schnee

Lake Rotoiti Panorama Lake Rotoiti mit Mount Robert rechts im Hintergrund
Lake Rotoroa Lake Rotoroa, etwa 45 Minuten westlich von Lake Rotoiti

Am Montag sind wir schließlich von St. Arnaud, dem kleinen Dorf am Ufer von Lake Rotoiti, über Lake Rotoroa, dem zweiten der Nelson Lakes, weiter an die Westküste nach Westport gefahren und haben uns dort die Robbenkolonie an der Küste angeschaut. Nach einer etwas teuren Übernachtung sind Christina und ich am Dienstag etwa 100km nach Norden nach Karamea gefahren, wo es auf einem kleinen Rundweg drei Höhlen zu sehen gab, in die man mit Taschenlampen absteigen konnte. Die Zeit reichte jedoch nur für die erste der drei Höhlen, da diese mitten im Wald lagen und wir vor Einbruch der Dunkelheit wieder am Auto sein wollten. Jens fuhr währenddessen nach Greymouth, wo er sicher erneut zu einer Gastfamilie begab. Am Mittwoch sind auch Christina und ich die etwa 200km nach Greymouth gefahren. Unterwegs haben wir uns noch die Pancake Rocks angesehen sowie uns dort erneut mit Taschenlampen für etwa 30 Minuten in eine Höhle begeben. Heute Morgen haben wir dann Christinas Auto (in dem auch ich schlafe) zum W.O.F (dem neuseeländischen TÜV) gebracht und sind zu unserem Entsetzen leider durchgefallen. Jetzt stehen Reparaturkosten von etwa $600 (knapp 400€) im Raum, damit wir das Auto weiterhin fahren können. Das ist ein herber Rückschlag aber eine wirkliche Wahl haben wir nicht, denn das Auto ist nicht nur unser Fortbewegungsmittel, sondern auch unser Zuhause hier in Neuseeland.

Da das Auto jetzt in einer Werkstatt steht übernachten wir hier im Hostel bevor es für uns wohl am Samstag weiter nach Süden geht: Wir werden über einen kleinen Umweg vorbei an Lake Brunner nach Hokotika fahren.